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News-Ticker





09.05.2017, 08:58 Uhr | Lausitzer Rundschau, Christian Taubert
CDU will Vorfahrt für Berlin-Pendler
COTTBUS. Nach der Ablehnung im Landtag präsentieren Christdemokraten ihr Bahn-Konzept bis 2030 in Cottbus und anderen Regionen des Landes.
Es ging ein Raunen durch den Raum "Goethe" im Cottbuser Lindner Congress Hotel, als Rainer Genilke erklärte: "Dieses Bahn-Konzept hat Rot-Rot im Landtag abgelehnt." Und der Verkehrsexperte der CDU-Fraktion im Landesparlament fügt hinzu: Nicht einmal in den Verkehrsausschuss, in dem der Finsterwalder Vorsitzende ist, sei das 108-Seiten-Papier überwiesen worden.
 
Enttäuschend, aber unter der Rubrik "Oppositionsalltag" wollen auch die CDU-Politiker Klaus-Peter Schulze (MdB) und Michael Schierack diese Schlappe aus dem März keineswegs abtun. Sie ziehen jetzt mit der "Entwicklungsstrategie für den Schienenpersonen-Nahverkehr in Berlin und Brandenburg" durchs Land. Machen bekannt, was ihr Bahnkonzept bis 2030 verändern will, um verspätete und überfüllte Züge aufs Abstellgleis zu schieben. Nach Ansicht von Genilke bietet die Mobilitätsstrategie 2030 des Landes "mehr Phrasen als klare und anspruchsvolle Ziele".
 
Die vom Bahn-Experten Hans Leister ausgearbeitete Entwicklungsstrategie setzt dagegen klare Prämissen: "30 – 60 – 90" bedeutet, dass das Berliner Umland in einer halben Stunde, Ober- und Mittelzentren bis 100 Kilometer Entfernung in einer Stunde und Mittelzentren in Randlage in anderthalb Stunden mit Berlin verbunden werden sollen.
 
Für den Cottbuser Raum mit Görlitzer Bahn und das Elbe-Elster-Land bedeutet dies, dass Regionalzüge beschleunigt werden, indem nicht alle Halte angefahren werden. Allerdings erhöht sich die Anzahl der Verbindungen durch zusätzliche Züge, die alle Halte bedienen, auf einen 30-Minuten-Takt für Cottbus (siehe Infobox). Und das neue Direktangebot Bad Liebenwerda-Berlin wäre pro Stunde möglich. "160 Züge im Land werden schneller, wovon fast 1,3 Millionen Einwohner profitieren", erläutert Genilke die Zukunftsvision.
 
Dass im Raum "Goethe" Fragen nach einem Direktanschluss zum Flughafen BER kommen, verwundert niemanden. Da sagt Genilke deutlich: "Wir werden nicht alles können." Zudem würden Zählungen darauf verweisen, dass 90 Prozent der RE 2-Reisenden Pendler seien, die nicht zum BER wollen. Der Umstieg in Königs Wusterhausen sei durchaus zumutbar.
 
Von der DB und dem Potsdamer Verkehrsministerium hat es nach Angaben der CDU-Politiker bisher keinen Einspruch zum Konzept gegeben. Nicht einmal zur Finanzierung. Das Land solle die kompletten 480 Millionen Euro Regionalisierungsmittel des Bundes verwenden und nicht 20 Prozent für die Schülerbeförderung abzweigen, heißt es in dem Papier.
 
Das Raunen im Raum "Goethe" ist inzwischen vorüber. Doch ein Zuhörer flüstert: "Ihr werdet wohl mitregieren müssen, um das Konzept umsetzen zu können."

Zum Thema:

Im Einzugsbereich der Cottbuser Bahn leben laut CDU-Studie rund 189 000 Einwohner. Hier verkehrt zurzeit ein RE pro Stunde nach Berlin sowie ein Zugpaar des IC Cottbus-Norddeich-Mole.- Nach DB-Planungen soll eine neue IC-Linie Mageburg-Potsdam-Berlin-Cottbus hinzukommen. Die Studie fordert, dass dafür auch das VBB-Ticket nutzbar wird.- Angestrebt wird, abwechseln IC und RE (mit Halt in Lübbenau, Lübben und Königs Wusterhausen) verkehren zu lassen. Weiterer RE (mit zusätzlichem Halt in Vetschau) und Flügelung des Zuges in Cottbus Richtung Forst und Spremberg.- Ein Metropolexpress (heute RB) Berlin-Cottbus bedient alle Haltepunkte und wird in Lübbenau geflügelt – Richtung Senftenberg und Cottbus. Vorteile: ein bis zwei Züge mehr pro Stunde zwischen Berlin und Cottbus. Aller Züge verkehren über Berlin-Hauptbahnhof.

aktualisiert von Andreas Egeresi, 17.05.2017, 09:10 Uhr

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